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Die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG spielt insbesondere im Gebrauchtwagenhandel eine große Rolle und war erst unlängst Thema der Berichterstattung. So waren sich Verwaltung und Rechtsprechung bei der Anwendung der Differenzbesteuerung beim „Ausschlachten von Gebrauchtfahrzeugen“ nicht einig.

 

Anwendung der Differenzbesteuerung

Die Differenzbesteuerung (§ 25a UStG) ist anzuwenden, wenn

  • 1. der Unternehmer Wiederverkäufer ist,
  • 2. die Gegenstände an den Wiederverkäufer im Gemeinschaftsgebiet geliefert wurden,
  • 3. für diese Lieferungen keine Umsatzsteuer geschuldet oder erhoben wurde und
  • 4. es sich nicht um Edelsteine oder Edelmetalle, innergemeinschaftliche Lieferungen neuer Fahrzeuge gehandelt hat oder die Gegenstände an den Wiederverkäufer steuerfrei im Rahmen einer innergemeinschaftlichen Lieferung geliefert wurden.

Ein Verzicht auf die Differenzbesteuerung ist dem Wiederverkäufer bei jeder Lieferung möglich (§ 25a Abs. 8 UStG).

 

Bemessungsgrundlage bei der Differenzbesteuerung

Die Bemessungsgrundlage ergibt sich in der Regel aus dem Betrag, um den der Verkaufspreis den Einkaufspreis für den Gegenstand übersteigt, hierbei ist die Umsatzsteuer aus dieser Differenz herauszurechnen (§ 25a Abs. 3 UStG). Neben der Ermittlung der Bemessungsgrundlage für jede einzelne Lieferung (sogenannte Einzeldifferenz) kann die Bemessungsgrundlage auch nach der Gesamtdifferenz erfolgen, falls die jeweiligen Einkaufspreise der Gegenstände den Betrag von 500 € nicht übersteigen.

 

Aus dem Einkaufspreis der Gegenstände ist ein Vorsteuerabzug nicht möglich.

 

Optionsrecht für Kunstgegenstände, Sammlungsstücke, Antiquitäten

Durch gesonderte Erklärung ist es demWiederverkäufer möglich, die Differenzbesteuerung auch auf Kunstgegenstände, Sammlungsstücke und Antiquitäten zu erweitern, welche er steuerpflichtig erworben oder aus dem Drittlandsgebiet in das Inland eingeführt hat (§ 25a Abs. 2 UStG).

 

Aufzeichnungspflichten bei der Differenzbesteuerung

Bei Anwendung der Differenzbesteuerung gelten gesonderte Aufzeichnungspflichten hinsichtlich der jeweiligen Verkaufs- und Einkaufspreise der Gegenstände, sowie der Bemessungsgrundlage einer jeden Lieferung (§ 25a Abs. 6 UStG).

Wir beraten Sie gerne zu den steuerlicher Aspekten dieses Themas. Bitte richten Sie Ihre Fragen hierzu per E-Mail direkt an: info@lohnag.de.

Ein Gastbeitrag von Jürgen Theurer, Steuerberater bei der Loh-Nag.de Steuerberatungsgesellschaft mbH.

Die Angaben dienen lediglich als erste Hinweise. Sie können und sollen eine individuelle Beratung nicht ersetzen.
Für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben kann trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernommen werden.